Friedrich Spee Gesellschaft e.V. Düsseldorf

 

 

Spee Jahrbuch

Das Spee Jahrbuch wird herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Friedrich-Spee-Gesellschaften Düsseldorf und Trier. 

 

Veröffentlicht werden in diesem Jahrbuch ausschließlich Originalbeiträge über das Leben und die Werke Friedrich Spees. Weiterhin finden Aufsätze zu Spees Nachwirkung und seinem geschichtlichen, geistlichen und geistigen Umfeld Aufnahme. Die publizierten Aufsätze erheben wissenschaftlichen Anspruch, wenden sich aber an ein breiteres interessiertes Publikum. Buchbesprechungen und Berichte über die Aktivitäten der Gesellschaften in Düsseldorf und Trier runden den jeweiligen Jahrgang ab.

Für Mitglieder der Friedrich-Spee-Gesellschaften ist das Jahrbuch im Mitgliedsbeitrag enthalten. Für Nichtmitglieder ist das Spee Jahrbuch für 15,30€ über den Buchhandel zu beziehen oder kann direkt beim Verlag Paulinus Buch&Media, Postfach 3040, 54220 Trier bestellt werden.

 

Ursprünglich sollte das Jahrbuch jährlich gegen Ende des Kalenderjahres erscheinen. Die positiven Erfahrungen mit dem Doppeljahrgang 2010/2011 legen nahe, den Erscheinungsrhythmus von den vorliegenden Beiträgen abhängig zu machen, so dass in Zukunft von Fall zu Fall mit einjähriger oder zweijähriger Erscheinungsweise zu rechnen ist.

Das aktuelle Jahrbuch ist im Buchhandel erhältlich. Von den vorausgegangen Jahrgängen finden sich im Spee Archiv noch vereinzelte Exemplare.

 

Mittlerweile hat die historische Plattform für die Frühe Neuzeit historicum.net die erschienenen Jahrgänge des Spee Jahrbuchs online bereitgestellt.

 

 

 

Das Faksimile der Unterschrift Spees schmückt auch den Titel des SPEE-JAHRBUCHES. Es ist entnommen einem Brief Spees an den Ordensgeneral 1617. "Fredericus Spee sst = subscribit".

 

 

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Zum 400. Geburtstag Friedrich Spees (1991) brachte die Friedrich-Spee-Gesellschaft e.V. ein Spee-Lesebuch heraus. Die Zielsetzung dieses Buches war, Spees Texte und Wirken einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So bot das Buch vor allem die Orginaltexte Spees aus seinen drei Wirkungsbereichen der Seelsorge, der Dichtung und der Kritik. Diese Orginaltexte sind in ihrer sprachlichen Gestaltung sowie in ihrem geistesgeschichtlichen Zusammenhang der Epoche der Frühen Neuzeit verpflichtet. Deshalb haben  sich die Herausgeber durch umfangreiche fachwissenschaftliche Einführungen, historische Erklärungen und gelegentliche Übersetzungshilfen bemüht, einem interessierten Laien einen Zugang zu ermöglichen. Den Herausgebern  stand als möglicher Benutzerkreis der Oberstufenschüler, der eine Facharbeit plant, oder der Student, der ein literaturwissenschaftliches Seminar zur Barockzeit besucht, vor Augen. Aber auch der normale Speefreund, der keinen fachakademischen Hintergrund hat, sollte mit Gewinn zu unserem Lesebuch greifen können.

Die Ausgabe von 1991 ist längst vergriffen. In dieser Zeit haben die Herausgeber ihre Erfahrungen gemacht und von manchem Benutzer Rückmeldungen erhalten. Diese sind in die Neuausgabe eingeflossen. Das neue Lesebuch wurde gründlich überarbeitet und aktualisiert. Der das Buch betreuende LIT-Verlag sorgte für ein ansprechendes Äußeres und ein großzügiges und klares Schriftbild. Es wurde gekürzt und gestrafft, aber auch in der Kommentierung sorgfältiger und weitläufiger gearbeitet.

 

Friedrich Spee-Lesebuch. Herausgegeben im Auftrag der Friedrich-Spee-Gesellschaft Düsseldorf von Dieter Kunze. 2., aktualisierte Auflage (LIT-Verlag) 2010.

 

Die dritte Auflage ist erschienen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Buch ist in allen Buchhandlungen für 29,90€ erhältlich, es kann auch bei den Gesellschaften in Düsseldorf und Trier erworben werden.

 

Joseph Sudbrack (Mystikkenner des Jesuitenordens) würdigte 1993 die Erstauflage unseres Lesebuches wie folgt:

Das im Auftrag der Friedrich-Spee-Gesellschaft in Düsseldorf herausgegebene •Lesebuch"1 erfüllt die geweckten Erwartungen. Aus den drei bedeutenden Veröf- fentlichungen Spees, dem Güldenen Tugendbuch, der Trutznachtigall und der Cautio criminalis werden längere, möglichst im Zusammenhang wiedergegebene Texte vorgestellt. Es ist zu begrüßen, daß der heutige Leser die Lyrik der Trutz- nachtigall (einige andere Lieder sind in moderner Fassung mit abgedruckt) in der Originalsprache mit den notwendigen Hilfen in die Hand bekommt. Er wird sich - auch mit Hilfe der guten Hinführung - schnell einlesen und eher mit der Länge und den Wiederholungen der Lieder als mit ihrer Sprache Schwierigkeiten haben. Doch das ist eben Spee, das ist Barock! So die 33.(!) Strophe eines Dreifaltigkeits- liedes: •Gelobet sey der Einig Gott, / Zu tausend, tausend mahlen, / Zu tausendmahl Gott Sabaoth, / Vnd noch zu tausend mahlen. / Gelobet die Dreyfältigkeit, / Dreyfältig in Personen: / Gelobet die DreyEinigkeit, / DreyEinig in der Cro- nen." Die ausgewählten Texte der Cautio criminalis (Rechtliches Bedenken we- gen der Hexenprozesse) sind geschickt in eine neue Ordnung gebracht und mit ei- ner guten Einleitung versehen, um dem Leser den Überblick über die Angelegen- heit des Hexen wesens und Spees Kampf zu vermitteln. Ähnliches gilt vom Gülde- nen Tugendbuch, dessen erstaunlich ganzheitliche, von Ignatius beeinflußte As- kese/Mystik durch Kontrastierung zur Imitatio Christi der Devotio moderna ver- deutlicht wird; dabei kommt letzteres von Ignatius geliebte Buch doch zu schlecht weg. Zu erwähnen ist noch van Oorschots Aufsatz, der eine vorzügliche Biographie und Deutung Spees ist.

 

(In Geist und Leben. Zeitschrift für christliche Spiritualität 66. 1993. S. 73-78)

 

 

  

Vom 11. Juli bis zum 9. Oktober 2008 veranstaltete die Diözesan- und Dombibliothek Köln in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Spee-Gesellschaft Düsseldorf eine Ausstellung: Friedrich Spee. Priester, Mahner und Poet (1591-1635).

 

In der Reihe "Libelli Rhenani, Band 26" erschien, herausgegeben von Heinz Finger, ein umfangreicher Katalog.

 

Darin:  

Heinz Finger: Friedrich Spees Herkunft und Name. Die Familie Spee, die Linie Spee von Langenfeld und die Spee in Kaiserswerth.

 

Heinz Finger: Erzbistum, Kurfürstentum und Reichsstadt zu Lebzeiten Friedrich Spees.
 
Gunther Franz: Friedrich Spee - Glaubenszeuge in trostloser Zeit.
 
Gunther Franz: "AD MAGISTRATUS GERMANIAE HOC TEMPORE NECESSARIUS." Christliche Obrigkeit, Staat und Menschenrechte bei Friedrich Spee.

 

Hans Müskens: "Wohlan, so lass uns weitergehen." Sind Friedrich Spees Lieder und Meditationen heute noch aktuell?

 

Ralf Stefan: Missverstandene Sinnbilder?  
 
 
Der Katalog kann im Spee-Archiv erworben werden.

 

 

 

Neuerscheinung

 

 

Wir stellen ein Buch vor, dass im Dezember 2017 herauskam. Erika Münster-Schroer ,,Hexenverfolgung und Kriminalität: Jülich-Kleve-Berg in der frühen Neuzeit". Die Autorin hat sich über viele Jahre mit dem Thema ,,Hexenverfolgung" beschäftigt und durch zahlreiche Vorträge und Aufsätze immer wieder neue Aspekte gefunden bzw. ortsbezogene Phänomene näher untersucht. Einen der ersten Aufsätze zum Thema konnte sie im Spee-Jahrbuch Nr. 7 (2000) unterbringen. Jetzt hat sie erstmals das gesamte Gebiet der ehemaligen Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, das heute Teile des Mass- und Rheinlandes, des Bergischen Landes und des Ruhrgebietes umfasst, in den Blick genommen. Das Herzogtum Jülich-Kleve-Berg galt in der älteren Forschung als wenig prozessfreudig im Hinblick auf die Hexenproblematik. Das mag für eine bestimmte Zeit gelten. Aber Münster-Schroer weist nach, dass es eben auch Zeiten und Orte gab, in denen Hexenverfolgungen durchaus zum Problem wurden. Das sieht man allein daran, dass einer der letzten Hexenprozesse am Niederrhein 1937/38 in Düsseldorf geführt wurde und zwei Frauen aus Gerresheim betraf. Das ist das letzte große Kapitel in ihrem Buch. Bis dahin beschreibt sie detailliert die ganze Thematik, angefangen bei der frühen Hexenverfolgungen um 1500. An zahlreichen Beispielen aus einzelnen Ortschaften im Herzogtum - veranschaulicht an konkreten Personen, die der Hexerei angeklagt wurden - zeichnet sie ein umfassendes Bild der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts. Somit wird auch Landesgeschichte in ihren zahlreichen Facetten erzählt. Die Quellen, die Münster-Schroer benutzt, sind die Gerichtsakten und vor allem die Amts- und Stadtrechnungen, die sich an zahlreichen Orten erhalten haben und aus denen sich oftmals die Prozesse und Gerichtsverfahren ablesen lassen. Ein mühsames aber - wie man sieht - erfolgreiches Forschen. Wichtig für die Autorin sind die bereits bekannten und veröffentlichten  Quellen, aber dann vor allem auch die handschriftlichen Quellen aus verschiedenen Archiven, die sie - oft zum ersten Mal - für eine Untersuchung herangezogen hat und hier zum Teil im Wortlaut nachzulesen sind. Bei der umfassenden Darstellung des Themas dürfen die Gegner der Hexenverfolgung nicht fehlen, hier vor allem Johann Weyer, der Leibarzt von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg. Weyer hat das Problem der Hexerei als Arzt untersucht und so maßgeblich Einfluss auf seinen Landesherrn genommen. In Weyers Schriften werden Bezüge zum Humanismus deutlich. Aus diesem Grund ist er auch auf dem Spee-Epitaph an der Basilika in Kaiserswerth dargestellt.

 

Zur Autorin: Dr. Erika Münster-Schroer ist Historikerin und Germanistin. Sie ist Leiterin des Stadtarchivs und des Medienzentrums in Ratingen sowie Lehrbeauftragte im Fachbereich Frühe Neuzeit an der Universität Duisburg-Essen. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied der Friedrich-Spee-Gesellschaft.

 

Hans Müskens

 

 

An Johann Weyer, Leibarzt von Herzog Willhelm V. erinnert eine Gedenktafel (1926) von Karl Damian (Moorenstraße 5, Unikliniken).                                                                                             

 

 

 

 

Holzschnitt von dem 60-Jährigen Leibarzt.

 

Info:

Erika Münster-Schroer

Hexenverfolgung und Kriminalität

Jülich-Kleve-Berg in der frühen Neuzeit

Essen 2017 (450 Seiten)

 

 

Foto: Janicki, Dietrich

 

 

 

 

 

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