Friedrich Spee Gesellschaft e.V. Düsseldorf

 

 

Günter Dengel (27.10.1931 - 5.3.2019)

 

Am 20. März 1985 hielt Prof. Dr. Weber (Trier) in der Reihe der „Düsseldorfer Mittwochgespräche“ einen Vortrag über Friedrich Spee. Anlass war der 350. Todestag (7. August 1635). Dieser Vortrag motivierte Günter Dengel, neben der Heinrich Heine – Gesellschaft die Gründung einer Friedrich Spee – Gesellschaft anzuregen. Er gehörte auch zu denen, die die Gründungsversammlung im Suitbertus – Saal an St. Suitbert in Kaiserswerth (7. August 1985) vorbereiteten. Er ist somit der Gründungsvater der Friedrich Spee – Gesellschaft Düsseldorf, indirekt auch der in Trier, da die Trierer Gesellschaft nach den üblichen Gründungswirren deutscher Vereine sich aus der gemeinschaftlichen Gesellschaft löste. So ist es logisch, dass er die Reihe der Ehrenmitglieder der Gesellschaft anführt.

Günter Dengel ist nun am 5. März 2019 in Düsseldorf gestorben. Geboren wurde er am 27. Oktober 1931 im unterfränkischen Neubrunn zwischen Wertheim und Würzburg. 1998 hat er im Bernadus – Verlag Langwaden unter dem Titel ZEITEN UND BEGEGNUNGEN seine Erinnerungen veröffentlicht. Das Buch hat er seiner Frau Gerti und seinen Kindern Georg und Dorothee gewidmet. Blättert man jetzt nach dreißig Jahren in dem Buche, so muss man dem Verfasser zugestehen, dass er aus seiner Perspektive tatsächlich ein Protokoll der Zeitabläufe liefert, und auf seine Art war er immer dabei.

Seine Kindheit verbringt Günter Dengel in einem katholischen dörflichen Milieu. Als weiterführende Schule besucht er das Kilianeum in Würzburg, ein Knabenseminar, das mittellosen Jungen das Abitur, Theologiestudium und die Ausbildung zum Priester ermöglichen soll. Er absolvierte auch das entsprechende Studium der Philosophie und Theologie in Würzburg, entschied sich aber im Sommersemester 1954 und in den Ferien, nicht Priester zu werden. Er trat vor den Höheren Weihen aus dem Priesterseminar aus. Er studierte nunmehr mit dem Ziel des Lehramtes an den Universitäten in München und Münster. Nach der Referendarausbildung in den Fächern Katholische Religionslehre und Deutsch wird der junge Ehemann und Vater nach einigen Zwischenstationen in Düsseldorf sesshaft. 1994 wird Günter Dengel pensioniert.

München und Münster waren damals führende Universitäten. Der Student Dengel entwickelt außergewöhnlich weitreichende und intensive wissenschaftliche und kulturelle Interessen. Besonders beeindruckt ist er für sein Leben von den Professoren Roman Guardini und Josef Pieper. Er hat auch Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit ihnen. Er nimmt am kirchlichen Leben teil. Beteiligt sich an der Jugend- und Sozialarbeit, beteiligt sich an den Diskussionen über kirchliche und speziell liturgische Reformen. Die Entwicklung des dörflichen Lebens interessiert ihn. In den dreißig Jahren seiner Lehrtätigkeit in Düsseldorf regt er unzählige Projekte an. Er organisiert Lesungen für Schüler mit bedeutenden Autoren wie Martin Walser und Peter Handke. Es gibt kaum eine kulturelle Veranstaltung, wo Günter Dengel nicht als temperamentvoller Debattenredner auftritt.

1974 ist er Mitarbeiter an einem Heine – Lesebuch (Gesellschaftskritik im Werk Heinrich Heines. Hrsg. von Hedwig Walwei – Wiegelmann). 1991 erscheint das FRIEDRICH SPEE – LESEBUCH der Düsseldorfer Spee – Gesellschaft. Günter Dengel übernimmt das Kapitel über das „Güldene Tugendbuch“. Seine sorgfältige Textauswahl und seine Positionierung des Werkes in der deutschen Frömmigkeitsgeschichte könnten ihren Herausgeber und Verfasser um einiges überleben. Darüberhinaus verfasste er einige Aufsätze für das SPEE – JAHRBUCH, hielt etliche Vorträge, und solange es seine Gesundheit zuließ, fehlte Günter Dengel bei keiner Veranstaltung der Friedrich Spee – Gesellschaft Düsseldorf, er war ein Begeisterter, der begeistern konnte.

 

 

 

 

 

 

 

                                    Copyright: Grupello Verlag

 

Unlängst haben wir mit obigen Foto Professor Doktor Wilhelm Gössmann zum 90. Geburtstag gratuliert, nun schmückt dieses lebensvolle Bild die Nachricht von seinem Tode.

 

Zum Tod von Professor Dr. Wilhelm Gössmann

 

Geboren am 20. Oktober 1926 in Rüthen-Langenstraße

Verstorben am 2. Januar 2019 in Düsseldorf

 

 1946 – 1955 Studium der Germanistik, Philosophie und Theologie in Münster und in München

 

1956 Dissertation über Annette von Droste – Hülshoff

1955 – 1966 Dozent an der Sophia-Universität in Tokio

1962 Hochschullehrer an der Pädagogischen Hochschule Weingarten

1968 Wechsel zur Pädagogischen Hochschule Rheinland in Neuss

1980 bis 1991 (bis zur Emeritierung)  Professor für deutsche Literatur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

 

1972 – 1983 Vorsitzender der Heinrich-Heine-Gesellschaft in Düsseldorf

 

Gründungsmitglied der Christine-Koch-Gesellschaft und der literarischen Vereinigung des Sauerlandes

Langjähriges Mitglied der Friedrich-Spee-Gesellschaft Düsseldorf

 

 

Zu Friedrich Spee hat er sich mehrfach in Vorträgen, Diskussionen und in Schriften geäußert:

 

„Zu dem poetischen Hauptwerk Spees  Trutz-Nachtigal konnte ich, das sei zur Erleichterung für alle Leser gesagt, die sich zum erstenmal einer solchen Dichtung zuwenden, am Anfang kaum einen Zugang finden, wohl zu den zahlreichen, das Kirchenjahr begleitenden Liedern, die im Wir-Ton und mit einer durchaus verständlichen Bildlichkeit Glauben und Frömmigkeit aufleben lassen…

Erst eine rein literarische Beschäftigung mit der Trutz-Nachtigal brachte mir ein adäquates Verständnis, vermittelte den Zugang: Das poetische Opus Trutz-Nachtigal als Ausdruck einer Person mit einer hohen Ich-Sensibilität, anders ausgedrückt: Lyrik in der Spannung von poetischer Selbstbespiegelung und einer inneren Freisetzung von seelischen Kräften.“

(Aus: Wilhelm Gössmann „Kulturchristentum – Die Verquickung von Religion und Literatur in der deutschen Geistesgeschichte“, Düsseldorf 1990, S 119 f.)

 

                        Wilhelm Gössmann

                        Zeiten

                                  Es gab Zeiten

                               da musste man das Alte

                               hartnäckig verteidigen

                               auch mit Starrsinn

 

                               Es gab Zeiten

                               da musste man das Neue

                               gegen das Alte durchsetzen

                               auch mit Leichtsinn

 

                               Wir haben nun Zeiten

                               da Altes und Neues

                               beides im Grunde

                               verdächtig erscheint

 

 

                              (Aus: „Zeitweilige Fernsicht“, Soest 1992)

 

 

 

Schon 1991 wurde ein Bronzerelief des Bildhauers Bert Gerresheim am Hexenturm in Rüthen enthüllt.

Über die Schulter Spees schaut der Landpfarrer Michael Stappert, etwa 1590 in Rüthen geboren, gestorben 1663. Sein Antlitz wurde vom Bildhauer erfunden, da kein Bildnis überliefert ist. Der einfache Landpfarrer begleitete die Delinqenten in 21 Prozessen. Dabei kamen ihm erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Verfahren. Seine Aufzeichnungen wurden durch die Vermittlung des Niederländers Herman Löher (1676) bekannt. Mitstifter des Reliefs ist Prof. Dr. Gößmann, der in Rüthen zur Welt kam.

 

AUSBLICK                                    

General Spinola - Wiki

VORTRAG

DER GENERAL UND DER DICHTER

Eckhart Grunewald

 

Friedrich Spee, Martin Opitz und Ambrogio Spinola

Der Vortrag beleuchtet die bedeutsame Rolle, die der spanische General Ambrogio Spinola (1569-1630) – ohne es zu wissen – in der Entwicklung der deutschen Barockliteratur eingenommen hat. Spinolas Feldzüge in Deutschland bestimmten den Lebensweg von Martin Opitz (1597-1639) und inspirierten den Dichter zu einem seiner wichtigsten Werke. – Friedrich Spee (1591-1635), der Spinola bei dessen Besetzung Kaiserswerths 1605 persönlich hätte begegnen können (was aber wohl nicht geschah), kam später zumindest indirekt in Kontakt mit dem Feldherrn – durch den Beichtvater des Generals, den belgischen Jesuiten Herman Hugo (1588-1629). Dessen Hauptwerk, das mystische Erbauungsbuch „Pia Desideria“, beeinflusste Spee nicht nur literarisch, sondern bot auch die Vorlage für das Titelbild der „Trutznachtigall“. – Gewürdigt wird schließlich Ambrogio Spinola selbst, der zu seiner Zeit berühmt war für seine strategischen Fähigkeiten und vielleicht mehr noch für seine ritterliche Großherzigkeit, die sprichwörtliche „clementia Spinolae“, die er gegenüber besiegten Gegnern an den Tag legte. – Insgesamt bietet der Vortrag Einblicke in ein bislang wenig bekanntes literarisch-historisches Beziehungsgeflecht, das es zu sichten und zu entwirren lohnt.

 

Ort und Zeit für den Vortrag werden rechtzeitig mitgeteilt.

 

 

Vermutliches Vorbild aus der PIA DESIDERIA des Herman Hugo für die Straßburger Handschrift Spees.

 

 

RÜCKBLICKE

 

428 SPEE GEBURTSTAG

 

Verleihung der Spee – Plakette

 

Die Abendfeier aus Anlass des 428. Geburtstages Friedrich Spees gestaltete sich etwas feierlicher als üblich, galt es doch, den Vorsitzenden der Düsseldorfer  Spee – Gesellschaft HANS MÜSKENS mit der Spee – Plakette zu ehren. Bert Gerresheim, der Schöpfer des Spee – Epitaphs an St. Suitbertus und der zu verleihenden Spee – Plakette war erschienen.

 

 

Jan Stoll, Querflöte und Robbie Caroll, Flügel umrahmten den Abend mit Werken Gabriel Faurés. Zu den ungeschriebenen Gesetzen der Verleihung gehört die Pflicht des zu Ehrenden, einen Vortrag zu halten. Hans Müskens hatte sich FRIEDRICH SPEE – EIN LEBEN IM DREISSIGJÄHRIGEN KRIEG vorgenommen:

 

Friedrich Spee - Ein Leben im Dreißigjährigen Krieg

 

 

Friedrich Spee ist im Jahre 1618, als der Krieg beginnt, 27 Jahre alt. In dieser Zeit schließt er seine Ausbildung als Priester und Lehrer im Jesuitenorden ab. In den folgenden Jahren bis zu seinem Tod wird er immer wieder mit den Folgen des Krieges konfrontiert. In Peine (bei Hildesheim) wird ein Attentat auf ihn verübt. Aus Paderborn muss er zusammen mit seinen Ordensbrüdern wegen der Kriegsereignisse flüchten. In Köln erlebt er die Unzahl der Flüchtlinge, die in dieser Stadt Schutz suchen.

 

Trier ist die letzte Etappe in seinem Leben. Als die Stadt unmittelbar vom Krieg heimgesucht wird, nimmt er sich als Pfleger und Seelsorger der Verwundeten und Sterbenden in den Straßen und Häusern an. Er versteckt sich nicht hinter Klostermauern. Die Soldaten, die Trier erobern, schleppen – wie so oft – die Pestseuche mit in die Stadt ein. Auch jetzt noch pflegt Spee die Kranken und Sterbenden und begleitet sie auf ihrem letzten Weg. Dabei infiziert er sich und stirbt am 7. August 1635 im Alter von nur 44 Jahren.

 

Noch 13 Jahre dauert der Krieg, bis endlich 1648 der Frieden von Münster und Osnabrück geschlossen wird. Nun erst können zwei Bücher von Spee aufgelegt und gedruckt werden: das „Güldene Tugend-Buch“ und die „Trutz-Nachtigal“, zwei Werke, die er während der Kriegszeiten geschrieben hatte, und die jetzt Zeichen einer neuen Zeit werden.

 

Friedrich Spee hat sich nicht ausdrücklich zum Krieg geäußert. Trotzdem erfährt man auf eine ganz eigene Weise, wie sehr er unter dem Krieg und seinen Folgen gelitten hat. Es ist auch so etwas wie der Versuch einer Antwort auf die Frage: „Warum musste das alles geschehen?“

 

 

 

 

Callot: Schrecken des Krieges 11 (Wikipedia)

 

Eindrucksvoll gegliedert wurde der Vortrag durch die Mezzosopranistin Katharina Greiß, die „Bei stiller Nacht“, „Wann Morgenröt sich zieret“ und „Jetzt wickelt sich der Himmel auf“ sang. Die Laudatio  hielt Wilhelm Mayer, der Vorsitzende des Heimat – und Bürgervereins. Wir geben sie in gedrängter Form wieder: 

 

Hans Müskens wurde 1938 in Düsseldorf geboren. Seit dem ersten Lebensjahr lebt er in Ratingen. Nach der „Mittleren Reife“ erlernte er den Beruf des Industriekaufmanns. Er arbeitete nach der Lehre als Buchhalter. Ab 1961 besuchte er das Abendgymnasium in Neuss und schloss 1965 mit dem Abitur ab.

An der Universität Bonn absolvierte Hans Müskens ein Lehramtsstudium der Fächer Theologie und Germanistik. An das erste Staatsexamen 1969 schloss sich das Referendariat an Essener Gymnasien an. Es folgte 1971 das zweite Staatsexamen.  Er unterrichtete an Gymnasien in Essen und Ratingen – Lintfort. Mit 65 trat er als Studiendirektor in den Ruhestand. Seit 1970 ist Hans Müskens verheiratet, das Ehepaar hat 3 Kinder und 9 Enkel.

Mit Spee wurde Hans Müskens während des Studiums näher bekannt. Seine erste Staatsarbeit schrieb er über den Liederbestand des „Güldenen Tugendbuches“.

Als 1985 die Friedrich Spee – Gesellschaft gegründet wurde, gehörte er zu den Gründungsmitgliedern. 1990 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Gleichzeitig übernahm er die redaktionelle Mitarbeit an der SPEE POST. Diese Arbeit setzt er bis heute an dem SPEE JAHRBUCH fort. Er verfasste einige Aufsätze für das Jahrbuch und schreibt seit 1997 die Jahresberichte, die die Arbeit vor Ort dokumentieren.

1997 wurde er zum 4. Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt. Im Jahre 2000 gelang ihm die Gründung des SPEE ARCHIVS. Das Archiv konnte er zu einer beachtlichen Literatur – und Dokumentensammlung ausbauen.

Hans Müskens hat in unzähligen Vorträgen, Führungen, durch Kontaktpflege, durch die Organisation von Veranstaltungen, durch die Veröffentlichung von Schulbüchern und durch kleine, sehr persönliche literarische Beiträge nachhaltig das Andenken Friedrich Spees gepflegt.

 

Hans Müskens mit einer Klasse 8C der Gesamtschule Nettetal.

 

An die Überreichung  der Plakette schloss sich ein Gesangsvortrag an: Robert Schumann „An die Nachtigall“ (Mirjam Stamner und Katharina Greiß)

Prof. Dr. Gunter Franz überbrachte die Grüße der Trierer Freunde und Prof. Dr. Heinz Finger die Glückwünsche der Düsseldorfer Mitglieder.

Mirjam Stamner und Katharina Greiß sangen „Maiglöckchen“ von Felix Mendelssohn – Bartholdy.

Hans Müskens, sichtlich bewegt, sprach einige Worte des Dankes.

 

 

  

Ausblick:

429. Spee Geburtstag

 

 Die Tradition des Rheinischen Karnevals nötigt auch dieses Jahr die betroffenen Vereine, den Geburtstag Friedrich Spees (25. Februar 1591) auf Donnerstag, den 14. März, 19:00 Uhr zu verschieben.

Die Veranstaltung findet in der Kulturkirche der Kaiserswerther Diakonie statt. (Für Ortsfremde: Die Kirche befindet sic im Altenheim-Stammhaus, Kaiserswerther Markt 32, von der Rückseite zugänglich: Fliednerstraße 23.) 

 

Dieses Jahr wird der Heimat- und Bürgerverein Kaiserswerth Hans Müskens für seine langjährige Arbeit als Vorsitzender der Friedrich-Spee-Gesellschaft, Düsseldorf, durch die er sich in außerordentlicher weise um die Verbreitung des Werkes Friedrich Spees, des großen Sohnes unserer Stadt, verdient gemacht hat, durch die Verleihung der von Berd Gerresheim geschaffenen Friedrich-Spee-Plakette ehren (siehe TABULA HONORIS).

 

 

 

  

Rückblicke

 

 

Spee-Epitaph

 

 

 Mittlerweile hat die katholische Gemeinde unterhalb des Epitaphs einen informierenden Schriftzug anbringen lassen.

 

 

 

Eine Rose für den Dichter

Die Spee-Gesellschaft hat sich dieses Jahr der Aktion des Vereins LITERATURLANDSCHAFTEN angeschlossen. Am ersten Juni-Wochenende werden landesweit an Dichtergräbern oder anderen literarischen Gedenkorten Rosen niedergelegt. Unser Gedenkort was das Epitaph.

 

 

Dieses Jahr berührte die Aktion zeitlich den Todestag Friedrich Hölderlins (7. Juni 1843). In der ABENDPHANTASIE Hölderlins lesen wir in der vierte Strophe:

 

Am Abendhimmel blühet ein Frühling auf,

Unzählig blühn die Rosen und ruhig scheint

Die goldene Welt, o dort hin nimmt mich,

Purpurne Wolken! und möge droben

 

In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb und Leid! -

 

 

Das erinnert die Spee-Gemeinde an die erste Strophe des

 

Eingang zu disem Büchlein

Trvtz-Nachtigal genandt

 

1.

Wan Morgenröt sich zieret

Mit zartem Rosenglantz,

Vnd gar sich dan verlieret

Der Nächtlich Sternentanz:

Gleich lüstet mich spatziren

Jn grünen LorberWald,

Aldà dan Musiciren

Die pfeifflein mannigfalt.

 

(Siehe dazu: Margret Gentner. -in Spee-Jahrbuch 1996)

 

 

 

Hetty Kemmerich: Sagt, was ich gestehen soll. Ingrid Lessing-Verlag. Dortmung. 2011³.

(Mit Hilfe Hartmut Hegelers wurde das Buch digitalisiert: http://www.anton-praetorius.de/downloads/Kemmerich_Hexenprozesse_Rheinland_Chronik_Einzelschicksale.pdf)

 

 

 

 Neuerscheinungen

 

 

Wir stellen ein Buch vor, das im Dezember 2017 herauskam. Erika Münster-Schroer ,,Hexenverfolgung und Kriminalität: Jülich-Kleve-Berg in der frühen Neuzeit". Die Autorin hat sich über viele Jahre mit dem Thema ,,Hexenverfolgung" beschäftigt und durch zahlreiche Vorträge und Aufsätze immer wieder neue Aspekte gefunden bzw. ortsbezogene Phänomene näher untersucht. Einen der ersten Aufsätze zum Thema konnte sie im Spee-Jahrbuch Nr. 7 (2000) unterbringen. Jetzt hat sie erstmals das gesamte Gebiet der ehemaligen Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg, das heute Teile des Maas- und Rheinlandes, des Bergischen Landes und des Ruhrgebietes umfasst, in den Blick genommen. Das Herzogtum Jülich-Kleve-Berg galt in der älteren Forschung als wenig prozessfreudig im Hinblick auf die Hexenproblematik. Das mag für eine bestimmte Zeit gelten. Aber Münster-Schroer weist nach, dass es eben auch Zeiten und Orte gab, in denen Hexenverfolgungen durchaus zum Problem wurden. Das sieht man allein daran, dass einer der letzten Hexenprozesse am Niederrhein 1737/38 in Düsseldorf geführt wurde und zwei Frauen aus Gerresheim betraf. Das ist das letzte große Kapitel in ihrem Buch. Bis dahin beschreibt sie detailliert die ganze Thematik, angefangen bei der frühen Hexenverfolgungen um 1500. An zahlreichen Beispielen aus einzelnen Ortschaften im Herzogtum - veranschaulicht an konkreten Personen, die der Hexerei angeklagt wurden - zeichnet sie ein umfassendes Bild der Zeit des 16. bis 18. Jahrhunderts. Somit wird auch Landesgeschichte in ihren zahlreichen Facetten erzählt. Die Quellen, die Münster-Schroer benutzt, sind die Gerichtsakten und vor allem die Amts- und Stadtrechnungen, die sich an zahlreichen Orten erhalten haben und aus denen sich oftmals die Prozesse und Gerichtsverfahren ablesen lassen. Ein mühsames aber - wie man sieht - erfolgreiches Forschen. Wichtig für die Autorin sind die bereits bekannten und veröffentlichten  Quellen, aber dann vor allem auch die handschriftlichen Quellen aus verschiedenen Archiven, die sie - oft zum ersten Mal - für eine Untersuchung herangezogen hat und hier zum Teil im Wortlaut nachzulesen sind. Bei der umfassenden Darstellung des Themas dürfen die Gegner der Hexenverfolgung nicht fehlen, hier vor allem Johann Weyer, der Leibarzt von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg. Weyer hat das Problem der Hexerei als Arzt untersucht und so maßgeblich Einfluss auf seinen Landesherrn genommen. In Weyers Schriften werden Bezüge zum Humanismus deutlich. Aus diesem Grund ist er auch auf dem Spee-Epitaph an der Basilika in Kaiserswerth dargestellt.

 

Zur Autorin: Dr. Erika Münster-Schroer ist Historikerin und Germanistin. Sie ist Leiterin des Stadtarchivs und des Medienzentrums in Ratingen sowie Lehrbeauftragte im Fachbereich Frühe Neuzeit an der Universität Duisburg-Essen. Sie ist seit vielen Jahren Mitglied der Friedrich-Spee-Gesellschaft.

 

Hans Müskens

 

 

Info:

Erika Münster-Schroer

Hexenverfolgung und Kriminalität

Jülich-Kleve-Berg in der frühen Neuzeit

Essen 2017 (450 Seiten)

 

 

 Foto: Janicki, Dietrich

 

 

Ernst Müller: Literarisches Rheinland. Nyland-Stiftung Köln. Edition Virgines 2018.

 

 

Das Buch zählt 15 Kapitel. Es handelt sich um den Versuch, eine literarische Topographie des Rheinlandes zu erstellen. Behandelt werden Klassiker wie Goethe und Heine, Heinrich Böll aus Köln, Albert Vigoleis Thelen aus Viersen, der Frühsozialist Georg Weerth und andere. Das Nibelungenlied kommt in Xanten und Konrad von Würzburg in Kleve zur Sprache. Die Ironie des "Menschenschlages" vertritt Hans Dieter Hüsch aus Moers. Die Spee Freunde finden im fünften Kaiserswerth gewidmeten Kapitel vor allem den geistlichen Dichter gewürdigt. Der Autor geht unter anderem auf die unterschiedliche Namensgebung im Falle Spees ein. 

 

 

 

Foto: Petra Diedrichs 

Ernst Müller mit seinem Buch

 

Fulda-Baltimore-Langenfeldt

 

Im Juni 2017 kündigte eine englisch sprechende Frau ihren Besuch im Spee-Archiv an. Es erschien eine junge, sportliche Frau, die sich als Stephanie Joyal aus Baltimore vorstellte.

 

Sie habe Griechisch und Latein studiert. Aufgrund dieser Sprachkenntnisse habe sie einen Jahresvertrag innerhalb des Digitalisierungsprojektes des Walters-Museums in Baltimore bekommen.

Das Walters Art Museum, das seine Ursprünge in den Kunstsammlungen von William Thompson Walters seit der Bürgerkriegszeit hat, beherbergt neben den Kunst-, Keramik-, Möbel- und Waffensammlungen auch seltene Handschriften, Drucke und alte Bücher. Letztere wurden und werden digitalisiert.

Stephanie Joyal erzählte uns, sie suche uns auf, weil in einem der von ihr bearbeiteten Bücher der Name Spee von Langenfeldt auftauche. Sie konnte uns die entsprechende Buchseite zeigen, wobei uns das Speesche Wappen sofort ins Auge fiel.

  

 

Es handelt sich um ein weitgehend handschriftliches Buch, das unter dem Titel LIBER AMICORUM OF JOANNES CAROLUS ERLENWEIN kategorisiert wurde. Es geht auf das Jahr 1615 zurück und versammelt Widmungen von Freunden, Bekannten, Verwandten und Studienfreunden aus Fulda - ein Vorläufer der Freundschaftsalmanache und Poesiealben.

 

Freundschaftsbuch Cover

 

Auf Seite 109 findet sich der Hinweis auf Spee von Langenfeldt und eine Sibilla Spee, die eine Schwester Friedrich Spees sein könnte.

 

 

Wir haben unserem Besuch unser Archiv, den Stiftsplatz mit dem Epitaph und Basilika sowie die Stelen im Stadtgarten gezeigt. Vor allem aber haben wir darauf aufmerksam gemacht, dass Langenfeld hier ein Haus in Wankum ist und nicht ein Ort.

 

Haus Langenfeld im Ortsteil Wankum (Foto: Holger Bauer, pivatana)

 

Dieses Haus hat noch dem Großvater Friedrich Spees gehört, ist aber zu der Zeit des Eintrages von Sibilla Spee (1618) nicht mehr im Besitz der Familie.

Beim Abschied haben wir uns versprochen in Kontakt zu bleiben.

 

Online-Bibliothek Walter Arts Museum

 

 

Weitere Recherchen

Nichts spricht dagegen, dass die im LIBER AMICORUM auftretende Sibilla Spee von Langenfeldt eine Schwester Friedrich Spees ist. Vielleicht diente ja der Zusatz "von Langenfeldt" 1618 zur Kennzeichnung des Familienzweiges des Burgvogtes, obwohl der Besitz in Langenfeld veräußert war, gewissermaßen die Linie Langenfeld.

 

Zu den Ämtern Linn und Uerdingen gibt es Wikipedia-Artikel. In beiden Artikeln findet sich der Hinweis "Im 18. Jahrhundert hatte die Schultheißen-Familie Erlenwein eine bedeutende Machtposition". Damit sind wir bei der Familie unseres Johann Karl Erlenwein angelangt. Der Vater Johann Karls war Theobalt Erlenwein, seit 1589 Schultheiß zu Linn und Uerdingen, Schiffszoll-Einnehmer zu Kaiserswerth. Er starb wahrscheinlich 1631 in Kaiserswerth. Sein Sohn Johann Karl Erlenwein (1595-1667) hatte das Schultheißen-Amt in Linn und Uerdingen von 1623 bis 1666 inne.

 

Im heutigen Behördenverständnis kann man das Schultheißen-Amt folgendermaßen umschreiben: Kreisdirektor, Oberzollrat, Leiter des Finanzamtes, Polizeidirektor und Direktor des Amtsgerichtes.

 

Johann Karl zog für seinen Kurfürsten in den Krieg. Für seine Verdienste erhielt er von König Ludwig XIII. eine goldene Gedenkmünze. Den Paderbornern brachte er die Reliquien des Heiligen Liborius zurück. Zum Dank erhielt er einen Ehrenbecher. Erzbischof und Kurfürst Ferdinand überreichte ihm eine goldene Ehrenmünze, Zeichen für eine erfolgreiche Amtsführung. 1663 wurde der Schultheiß Johann Karl Erlenwein Binnenumschlagsspediteur und Lagerhalter. Ein Vorgriff auf die noch heute existierende Spedition in Krefeld, als deren Gründer Balthasar Karl Hubert (1831-69) gilt. Der Bruder Ferdinand August Karl Hubert (1827-65) übernahm das Destilleriegeschäft und gilt als Gründer der Likörfabrik August Erlenwein & Cremer (1863). Wir sehen, dass die Freundschaftsbeziehung der Spee-Schwester einer angesehenen Familie galt.

 

(Dr. Heribert Houben aus Krefeld und Rolf-Günter Stefan, dem Geschäftsführer der Düsseldorfer Spee-Gesellschaft, danken wir für sachdienliche Literaturhinweise.)

 

 

Kurfürst und Erzbischof Ferdinand war der Landesherr des Amtmannes Peter Spee und des Schultheißen Johann Karl Erlenwein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 Vor 302 Jahren

starb am 14.11 in Hannover Gottfried Wilhelm Leibniz. 1646 wurde er in Leipzig geboren. Der universelle Gelehrte war Philosoph, Mathematiker, Historiker, Naturforscher und Diplomat. In seinem rastlosen Leben verfasste er nur wenige Werke, die abgeschlossen auf uns gekommen sind. Sein Werk besteht zum größten Teil aus Notizen, Entwürfen und Briefen. Erst heute wird der riesige Nachlass erschlossen.

 

 

Porträt von Christoph Bernhard Francke, um 1700

 

Griechisch und Latein lernte der junge Leibniz als Autodidakt. Das humanistische Studium genügte ihm bald nicht, er wandte sich der Logik zu. Getreu seinem Wahlspruch THEORIA CUM PRAXI entwickelte er im Zusammenhang seiner logischen und mathematischen Studien die erste mechanische Rechenmaschine, die dividierte und multiplizierte (1674). Die Zeichen für Multiplikation (Punkt) und Division (Doppelpunkt) stammen von Leibniz. Er entwarf die Infinitesimalrechnung. Als Bibliothekar führte er als erster den

alphabetischen Katalog ein.

1710 erschien die Theodicée (=Rechtfertigung Gottes). Seine letzten Lebensjahre waren überschattet von dem Prioritätenstreit über die Differentialrechnung mit Newton.

Als der zuletzt kränkelnde Leibniz in Hannover starb, stand ihm als Hofrat eine Begräbnisstätte in der Hofkirche zu. Zur offiziellen Trauerfeier waren auch korrekt alle Hofbeamte geladen worden, aber sein Sekretär Johann Georg von Eckhart war der einzige Trauergast. Die Familie war im entfernten Leipzig, und die Hannoveraner fanden sich für den fremden Gelehrten nicht verantwortlich.

 

Karl-Jürgen Miesen † hat seinerzeit in einem Vortrag vor der katholischen Studenten- und Hochschulgemeinde Hannover auf die Würdigung Spees durch Leibniz hingewiesen. Wir zitieren aus der Einleitung zum Vortrag:

 

 

,,Kaum eine Größe des deutschen Geisteslebens hat mehr zum frühen Nachruhm Friedrich Spees beigetragen als Leibniz. Über dreißigmal hat der hannoverische Philosoph und Jurist, Historiograph und Mathematiker in seinen Werken und Briefen Friedrich Spee lobend erwähnt;

er soll gar eine ausführliche Würdigung Spees vorgehabt haben, aber nicht dazu gekommen sein; gewiß aber hat er ein vierseitiges Elogium Patris Friderici Spee SJ', eine Lobrede also, auf Pater Friedrich Spee gehalten, dessen Werk gegen die Hexenverfolgungen Cautio criminalis er hier preist und dessen asketische Schrift »Gülden-tugend-Kleinod «er sich» in den Händen aller Christen« wünscht. »Blühend schön ist hier der Gedankenfluß und gleichsam himmlischen Atem ausströmend«, rühmt Leibniz das Spee-Werk, »die Aussagen sind großartig, die Ausführungen einsichtig und naturgemäß, die Einfälle geistvoll und wohltuend.«"

Quelle: Spee-Jahrbuch 7. Jg. 2000, S. 167f.

 

Siehe hierzu auch Günter Dengel in unserem Friedrich Spee-Lesebuch, S. 82ff.

 

 

 

 

 

 

Düsseldorf - Literarisch

Unter der Leitung von Dr. Corinna Schlicht und Prof. Dr. Jörg Wesche bietet die Universität Duisburg-Essen ein Seminar Düsseldorf - Literarisch an. Zum Seminarprogramm gehörte eine Tagesexkursion nach Düsseldorf. Ein Besuch im Spee-Archiv stand selbstverständlich auf ihrem Programm.

Bei der Vorstellung des Spee-Epitaphs suchen wir oft an dem etwas versteckten Hakenkreuz. Auf diesem Foto ist es aus günstiger Perspektive gut zu erkennen.

 

 

Dieses Stillleben aus den Regalen des Archivs dokumentiert unsere ständige Konkurrenz mit dem Waschmittel der Henkelwerke¹.

 

 

 

 

Die Fotos verdanken wir Herrn Tim Wübbels, einem der Seminarteilnehmer.

 

 

 

¹ "Spee" ist seit der deutschen Wiedervereinigung eine Marke für Waschmittel von Henkel. Die Marke steht für Spezial-Entwicklung. Spee war eine der wenigen ostdeutschen Marken, die sich nach der Wende in den westlichen Bundesländern durchsetzen konnte. (Wikipedia)

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Norbert-Gymnasium Knechtsteden erfahren wir von einem neuen Musikzentrum der Schule. Leonard Bernstein, Louis Armstrong und Friedrich Spee sind die Namenspatrone der neuen Musik-, Proben- und Konzert-Räume. Die Eröffnung feierte die Schule am 03. März 2016.

Aus einer ehemaligen Kapelle wurde der Friedrich-Spee-Saal mit einer kleinen Bühne und Platz für etwa 120 Zuhörer oder Zuschauer gestaltet. Um diesen neu gewonnenen Raum sowohl für Konzerte und Schulaufführungen als auch das Musizieren im Unterricht und in den AGs nutzen zu können, wurden zusätzliche zwei angrenzende Schulräume renoviert und modernisiert. Zusammen bilden diese drei Räume, der Friedrich-Spee-Saal, der Louis-Armstrong- und der Leonard-Bernstein-Raum das neue Musikzentrum des Norbert-Gymnasiums.

 

Wir vermelden dieses Ereignis gerne als Beleg dafür, wie lebendig der Name Friedrich Spees in der Erinnerungskultur des Niederrheins ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Peine - Das Attentat bei Woltorf (1628/29)

Ab dem Herbst 1628 wurde Friedrich Spee in Peine und Umgebung eingesetzt, um dort die Rekatholisierung voranzutreiben. Zu diesem Engagement gehörten auch repressive Maßnahmen, die nicht recht zu unserem Spee-Bild passen wollen (Siehe dazu: Theo. G. M. van Orschoot in unserem Spee-Lesebuch).

Die katholische Kirchengemeinde zu den HEILIGEN ENGELN in Peine gedenkt mit der Namensgebung des Gemeindehauses des Jesuiten Paters.

 

 

 

 

Die Stadt Peine hat eine Gedenktafel vorzuweisen:

 

 

 

Mittlerweile hat der städtische Alltag die Tafel aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit verdrängt.

 

 

 

Wer es weiß, findet die schwarze Tafel oberhalb der Sonnenschirme zwischen den beiden unteren Fenstern.

 

Reinhold Schneider schildert das Attentat auf Spee:

 

 

 

(Quelle: Friedrich von Spee: TRUTZ-NACHTIGALL. Auswahl mit einem Essay von Reinhold Schneider - Gürzenich Bücherei. Köln 1947)

 

 

 

 

Rekonvaleszenz im Stift Falkenhagen (1629)

 

 

 

In unserem "Lebenslauf von Friedrich Spee" ist die Rekonvaleszenzzeit in Falkenhagen vermerkt. In der Peiner Gegend war auf Spee ein Attentat verübt worden. Dabei erlitt er lebensbedrohliche Verletzungen. Der in Falkenhagen um seine Genesung ringende Spee steht im Mittelpunkt eines 1937 von Reinhold Schneider veröffentlichten Essays. Hier ein Ausschnitt:

 

Endlich lenkte Spee wieder in die Richtung nach Falkenhagen ein; es erhob sich, während er auf und nieder getragen wurde, die Felder sacht vorüberglitten, der helle Wald sich öffnete und schloß und wieder öffnete, in ihm ein Klingen, das aus all den vorüberziehenden Dingen zu tönen schien, um in seiner Seele sich zu sammeln und Gestalt zu werden: so hatte er, wohl nach längerem Ritt, als ihn je ein Reiter zwischen Corvey und Falkenhagen getan, erst in der Dämmerung zwischen den Stämmen des zurückweichenden Waldes den Blick über die brachliegenden Felder auf die nackten Dachsparren der Klosterkirche. Er hatte freilich keinen Wohlstand erwartet, doch im Heranreiten sah er nun, daß es auch hier weit schlimmer stand, als er vermutet; wohl schon seit Jahr und Tag mochte kein Pflug mehr gegangen sein über die verwilderte, überwucherte Erde, und Flammen, Regen und Sturm schienen abwechselnd in dem alten hochragenden Mauerwerk der Kirche und des Klosterbaus eingekehrt zu sein: Falkenhagen der bedeutendste Grundbesitz des Jesuitenkollegiums zu Paderborn, dem Spee angehörte, hatte, trotz seiner Abgeschiedenheit, kein besseres Schicksal gehabt als die alte Bischofs- und Kaiserstadt vor dem Teutoburger Wald, ja, vielleicht noch ein schlimmeres. Doch da der Reisende nun in den Bereich der zerstörten Mauer kam, sah er wohl, daß hier tapfere Hände den Kampf aufgenommen hatten mit Steinen und Dornen; zaghaft und spärlich sproß die Saat, in einem schmalen Bande den Mauertrümmern folgend, aus der Erde auf, deren Kraft kein Brand und Hufschlag hatten töten können. Und als Spee, der abgestiegen war, die müde und widerwillig gehorchende Pforte aufgestoßen hatte, da, im letzten ausgegossenen Licht des Tages, empfing ihn der kleine Garten mit einem so fröhlichen Blühen und Leuchten seiner enggedrängten Stauden und Büsche, daß er ergriffen vor dem schon schlafenden Bienenhaus verweilte, ehe er sich nach einer Unterkunft für sein Grautier umsah.

 

Im Mai hat Hans Müskens Falkenhagen besucht und für uns die Spee-Gedenktafel an der katholischen Kirche St. Michael beim Kloster Falkenhagen fotografiert.

 

 

 

 

Die Detailaufnahme des inneren Portait-Kreises zeigt uns deutlich die Anspielungen auf die Wirkungsstätten Spees.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blinde und Sehbehinderte im historischen Kaiserswerth

 

Foto: Lokalkurier

 

 

Mit Mitte Mai fand, wie der LOKALKURIER am 11. Juni 2015 berichtet, eine historische Stadtführung für Blinde und Sehbehinderte statt. Besonders berührt hat uns, wie die Teilnehmer am Spee-Epitaph den Vortrag ertasten.

 

 

  

 

 

Zum 400. Geburtstag Friedrich Spees gab die deutsche Bundespost eine Gedenkbriefmarke heraus, die von der Grafikerin Frau Graschberger gestaltet wurde.

 

 

Die Sankt-Ansgar-Schule - Staatlich anerkanntes katholisches Gymnasium jesuitischer Tradition (Hamburg) - hat diese Briefmarke in Großformat zur Gestaltung ihrer Cafeteria verwendet.

 

Mit der Bezeichnung "Spee-Haus" hat die Schule schon vor einiger Zeit dem Jesuitenpater ein Denkmal gesetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                    

 

 

 

 

 

 

 

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